eine symbolische Heimat errichtet. Kardinal Christoph Schönborn weihte im Vorjahr das Reichenauer Kircherl ein. Es ist ein Neubau, der mit seinem hölzernen Turm aber so vertraut wirkt, als wäre er schon seit den Tagen Camillo Kronichs Teil der Hotelanlage. Als sichtbarer Raum für Spiritualität wird es bei allen katholischen Festen – Verlobung, Heirat oder Taufe – mit Leben erfüllt, aber auch bei Ehejubiläen wie der Goldenen Hochzeit. »Allen Konfessionen soll dieser Raum offenstehen«, so die Maxime. Denkbar sind aber auch moderne Trauungen,bei denen statt einem Priester beispielsweise Sinn-Geber Mettnitzer die Feier leitet. Geweiht wurde das Kirchlein übrigens der Heiligen Hildegard von Bingen, für Hotelière Helena Ramsbacher schlicht »die coolste Frau des Mittelalters«. Ihr wird am »Knappenhof« auch ein Kirtag ausgerichtet, der ganz im Kärntner Stil begangen wird – »natürlich mit der Kirchtagssuppe«, wie Ramsbacher verspricht. Und während das moderne Altarbild von Virginie Bailly das Ergebnis eines Kunstwettbewerbs darEinfach gut. Das Küchenteam des »Knappenhofs« zaubert wahrlich Köstliches aus regionalen und saisonalen Zutaten – bei schönem Wetter genießt man auf der Terrasse. liche Entscheidung in meinem Leben«, bekannte Frankl, hätte er nicht dort getroffen. Die erste Patientin einer Freud’schen »Gesprächskur« ist ohnehin untrennbar mit »Knappenhof«-Gründer Kronich – genauer: seiner Schwester Aurelia – verbunden. Sie vertraute dem Wiener Arzt ihre Sorgen am »Otto-Schutzhaus« an – als »Fall K.« schrieben diese Medizingeschichte. Historisch bedeutsam wurde aber auch das »Otto-Haus« selbst: Es war der Beginn der touristischen Entdeckung der Rax als Naherholungsgebiet, zusammen mit dem Semmering und dem Schneeberg bildete sie einen Fixpunkt für die Sommerfrische im Fin de Siècle. Spaziergänge, Kreativschübe und so manche Liebelei fanden ihren Eingang in die Literatur der »Jung-Wien«- Autoren. Viel wichtiger aber: Die Überdreams / KNAPPENHOF 92 > DAS INNENLEBEN DER HISTORISCHEN HOTELMAUERN ATMET FRÖHLICHKEIT: POPPIG, BUNT UND VERLOCKEND. Fotos: Christian Husar spannung, in der ausgehenden Monarchie »Neurasthenie« genannt, wich in der herrlich belebenden Bergluft ganz von selbst. An die Stärkung von Körper und Seele schließt man im »Knappenhof« auch heute noch an. Ob man sich bei Wanderungen durch die Raxregion in der Schönheit der Natur Sinnfragen stellt und Zeit für innere Einkehr findet oder ob man lieber im neu geschaffenen Pool inmitten der wunderschönen Landschaft zur Ruhe kommt – der »Knappenhof« ist ein Kraftplatz. EHEVERSPRECHEN OHNE RITUS Diesem spirituellen Zugang zum Thema Urlaub hat man am »Knappenhof« auch
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