Dreams 2023

Wollüstig ist das Wort, das den Duft der Zitronen vielleicht am besten beschreibt. Dass sie ihren herrlichen Duft gern am Abend und in der Nacht in dicken Wolken ausstoßen, trägt noch zusätzlich zu ihrem Zauber bei. Und dann ist da natürlich der Geschmack: Ihr Saft und ihr Fleisch sind herrlich erfrischend, fruchtig und sauer, ihre Schale so zum Bersten voll köstlicher ätherischer Öle, dass man sie nur einmal kurz zu drücken braucht, um eine sichtbare, duftende Fontäne in die Luft zu schicken – eine natürliche Parfümflasche vom Baum. Neben allerlei fantastischen Aromen enthalten Zitrusfrüchte außerdem noch jede Menge Glutamat, jenen natürlichen Geschmacksverstärker, der so ziemlich alles besser schmecken lässt, mit dem er in Berührung kommt. EINE KLEINE ZEITREISE Kein Wunder, dass sie seit Jahrhunderten das Symbol des Südens sind. »Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn, Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht? Kennst du es wohl? Dahin! Dahin möcht’ ich mit dir, O mein Geliebter, ziehn«, dichtete Goethe schon am Ende des 18. Jahrhunderts. Das mag heute kitschig klingen, bringt aber die Sehnsucht des Mitteleuropäers nach wärmeren, sonnigeren Gefilden immer noch recht gut auf den Punkt. Zitrusfrüchte sind Wintersonne zum Auspressen. Kein Wunder, dass Helena Ramsbacher im paradiesischen Garten ihres Hotels auf Brač gleich 150 Zitronenbäume pflanzen 29 > Frühstück mit Aussicht. Auf dem üppig-feinen Frühstückstisch spielt die Zitronenmarmelade eine Hauptrolle. SAURES MULTITALENT Zitronen sind die wichtigsten Zitrusfrüchte in der Küche, zumindest in Europa. Mit ihrem Saft werden unzählige Gerichte abgeschmeckt, Salatdressings gemischt und Obst gewürzt, ihre gerieben Schale verfeinert nicht nur gebratenes Gemüse, geschmortes Fleisch oder Desserts von Kaiserschmarren bis Delizia al Limone, ES IST KEIN WUNDER, DASS ZITRONEN SEIT JAHRHUNDERTEN DAS SYMBOL DES SÜDENS SIND. ließ – und dann das Hotel noch nach der kleinen Plantage »Lemongarden« genannt hat. Je nach Jahreszeit können die Gäste entweder im Duft der Blüten schwelgen, oder sich eine frische Frucht vom Baum pflücken. Noch sonnenwarm und reif sind sie so süß und aromatisch, dass man sie dünn aufgeschnitten und mariniert als Salat essen kann.

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