Die Erlebnisse seiner Schwester Aurelia im »Ottohaus« wiederum gelten vielen Forschern als erste »Gesprächskur« Sigmund Freuds – die Wirtstochter vertraute 1893 dem Urlaubsgast (»Ist der Herr ein Doktor?«) ihre Angstneurosen an. Der »Fall K.« ist psychoanalytische Geschichte, erst 1924 lüftete Freud das Pseudonym der Patientin in der Neuauflage seiner »Studien zur Hysterie«. Heute geht man rund drei Stunden vom »Knappenhof« bis zum »Ottohaus«, weitgehend noch auf den Wegen, die Camillo Kronich anlegen ließ. Nach einer Rast können Konditionsstarke dann noch bis zum »Berggasthof Rax-Alm« weiterwandern. Von dort geht es entweder mit der Seilbahn zu Tale oder zu Fuß zurück in die Wärme des »Knappenhofs«. Womit man auch ein weiteres Mal das spektakuläre »Törl« – den Durchlass in den Felsen – durchsteigt, der in der Landschaft wie ein steinerner Bilderrahmen wirkt. Fotos: Niederöstrereich Werbung/Stefan Mayerhofer, Schloss Wartholz / OTS, beigestllt < 104 dreams / REGION RAX Mondän wie eh und je. Die einstige Kaiservilla bringt heute als »Schlossgärtnerei Wartholz« floralen Zauber in den Alltag (und man kann hier herrlich Kaffee trinken!). DAS WANDERZIEL IM HÖLLENTAL TRÄGT DEN SPRECHENDEN NAMEN »KAISERBRUNN«. VON HIER STAMMT DAS WIENER TRINKWASSER. Doch auch auf der anderen Seite des Ortes atmen die Wege Austro-Geschichte. Literarisch Versierte etwa wandeln am Kaisersteig: Er nimmt am Thalhof in Reichenau seinen Ausgang, wo sich einst Arthur Schnitzler in die Wirtin Olga Waissnix verliebte: »Besuch in Reichenau bei Olga. Küsse. Sie: Ich liebe Sie; nur Sie, doch werd ich nie Ihre Geliebte«, so der Autor 1888 in seinem Tagebuch. Der folgende Briefwechsel (als »Liebe, die starb vor der Zeit« veröffentlicht) zeichnet die Beziehung zur früh verstorbenen Muse vom Thalhof nach. Für
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