Dreams 2023

Berlin, das Parlament in Budapest oder der Statthalterpalast in Triest sind nur ein paar Beispiele von Gebäuden, für diese die Steine aus Brač verwendet wurden. Seit 2000 Jahren werden sie auf der Insel abgebaut und kunstvoll bearbeitet. Wer auf Entdeckungstour im Hinterland unterwegs ist, wird immer wieder an Steinhaufen bei den Feldern oder Dörfern mit weißen Dächern vorbeikommen. Traditionell wurden die Dächer mit Marmorstaub eingekalkt – eine der vielen alten Handwerkstechniken auf der Insel. BERGE AUS STEIN Für die Menschen haben die Steine eine Seele und erzählen ganz eigene Geschichten. So kann hier der Vidova Gora, mit knapp 780 Metern der höchste Berg der kroatischen Inselwelt, erwandert werden. In drei Stunden geht es den steilen Weg nach oben. Wer sich das an heißen Tagen nicht antun will, fährt mit dem Auto die kurvige Straße hinauf und geht vom Parkplatz nur ein paar Schritte bis zum Gipfel, wo ein atemberaubendes Panorama wartet. Bei klarem Wetter reicht die Sicht über die Nachbarinseln hinweg bis nach Italien oder das Goldene Horn, die berühmte Landzunge bei Bol mit dem Sanddreams / BRAČ 42 Steinige Hügel mit knorrigen Olivenbäumen. Verträumte Hafenstädtchen mit antiken Palazzi. Einsame Buchten mit türkisfarbenem, glasklarem Wasser. Strände auf eine Länge von insgesamt circa 170 km. Obwohl Brač alle Klischees einer Postkartenidylle erfüllt und als größte Insel in Dalmatien rund 200 Kilometer Fels- und Steinküste zu bieten hat, steht sie doch ein wenig im Schatten der beliebten Nachbarinsel Hvar, auf der sich Prominente aus der anzen Welt tummeln. Aber das hat auch Vorteile. So konnte sich Brač noch seine Ursprünglichkeit bewahren. Riesige Bettenburgen sind kaum zu finden, stattdessen gibt es schmucke Fischerstädtchen mit den typischen Steinhäusern, kleine Kirchen, venezianisch anmutende Paläste, versteckte Dörfchen mit Steinskulpturen, auf die sich die etwa 14.500 Einwohner verteilen. Wer Ruhe und Inspiration sucht, wird sie auf Brač finden. So war es schon immer. MARMOROPTIK Der kroatische Dichter Jerolim Kavanjin verfasste in seiner Sommerresidenz in Sutivan eines der längsten Barockgedichte der Welt Städtchen Bol. Die wunderschöne Altstadt mit dem malerischen Hafen von Bol, dem ältesten Städtchen der Insel, verzaubert jeden Besucher. und in der Steinmetzschule in Pučišća entstehen noch heute erstaunliche Skulpturen aus dem weißen Kalkstein, der eine große Ähnlichkeit mit Marmor hat. Deshalb werden die weißen Steine auch gerne als »Bračer Marmor« bezeichnet. Aufgrund seiner Schönheit hat der Stein den Namen in jedem Fall verdient und die Insulaner sind mächtig stolz auf diesen Bodenschatz. Das Weiße Haus in Washington, die Neue Hofburg auf der Wiener Ringstraße, das Reichstagsgebäude in Fotos: Getty Images, Christian Kerber / laif / picturedesk.com, Shutterstock, mauritius images / Alamy Stock Photos / Nino Marcutti Eremitenkloster Baca. Glagolitische Mönche gründeten einst das Kloster an einer schwer einsehbaren Stelle. Heute ist es ein faszinierendes Ausflugsziel im Hinterland.

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